Pflege begleitet mich schon fast mein ganzes Berufsleben. Mit 16 Jahren begann ich meine Ausbildung. Damals konnte ich noch nicht wissen, wie sehr dieser Beruf einmal mein Leben prägen würde.
Ein anderer wichtiger Teil meines Lebens war und ist der Fußball. Bei Werder Bremen fand ich eine zweite Familie und einen Ort, an dem ich dazugehören konnte. Gerade für mich war das etwas Besonderes. Ich habe als Kind erlebt, wie es sich anfühlt, ausgeschlossen zu werden.
Dann kam ein Unfall und mit ihm das Ende eines Weges, von dem ich lange geglaubt hatte, dass er meiner sein würde. Den Anschluss an den Fußball fand ich nicht mehr. Und ich habe damals selbst erfahren, wie schwer es sein kann, aus einem tiefen Loch herauszufinden, wenn die richtige Unterstützung im entscheidenden Moment fehlt.
Vielleicht hat mich genau das stärker geprägt, als mir lange bewusst war: Menschen brauchen Menschen.
Ich schloss meine Ausbildung zur Pflegefachkraft erfolgreich ab. Später folgten Weiterbildungen im Qualitätsmanagement und zur Pflegedienstleitung. Mit wachsender Erfahrung wuchs auch meine Verantwortung und mein Blick dafür, was gute Pflege wirklich braucht.
Eine berufliche Erfahrung wurde schließlich zu einem Wendepunkt für mich. Während meiner Tätigkeit im Qualitätsmanagement erlebte ich in einer Einrichtung, dass ältere Menschen nicht so behandelt wurden, wie sie es verdient hatten. Die Situation war so schwerwiegend, dass die Polizei eingeschaltet wurde.
Für mich war damals klar: Ich möchte nicht nur sehen, was falsch läuft. Ich möchte Verantwortung übernehmen und etwas verändern. Ich wagte den Schritt in die Selbstständigkeit und gründete einen ambulanten Pflegedienst.
Fürsorge bedeutet für mich weit mehr, als für jemanden etwas zu tun. Es bedeutet hinzusehen, Menschen zu schützen, Verantwortung zu übernehmen und da zu sein – besonders dann, wenn jemand Hilfe braucht.
Genau diese Haltung bringe ich heute zu den Wachstumspflegern mit. Als Dozent möchte ich mein Fachwissen und meine Erfahrungen aus vielen Jahren Pflege weitergeben. Ich möchte Menschen für diesen Beruf begeistern, ihnen einen ehrlichen Einblick geben und ihnen zeigen, wie viel sie mit ihrer Arbeit für andere bewirken können.
Dabei ist mir besonders wichtig, Menschen die Unterstützung zu geben, die manchmal darüber entscheidet, ob jemand seinen Weg findet oder ihn aus den Augen verliert. Menschen eine Chance zu geben, Pflege für sich zu entdecken und diejenigen zu stärken, die bereits jeden Tag Verantwortung für andere übernehmen.