Für andere da sein beginnt bei dir
Sich als beruflich Pflegende in die Verantwortung zu stellen, ist eine Kunst, die jeden Tag aufs Neue Balance erfordert. Pflegeleaderinnen bewegen sich dabei in einem Geflecht vielfältiger Erwartungen: Patient:innen vertrauen auf Sicherheit, Angehörige suchen Orientierung, Teams wünschen sich Rückhalt, Vorgesetzte fordern Struktur und Effizienz.
Und mittendrin, der eigene innere Anspruch, allem gerecht werden zu wollen. Gerade dieser Druck gehört für viele zu den größten Belastungen im Pflegealltag.
Birge von Borstel begleitet Führungskräfte in der Pflege dabei, diesen inneren Anspruch liebevoll zu hinterfragen. Ihre Haltung: Resilienz beginnt dort, wo du dir selbst erlaubst, ganz du zu sein.
„Nur wer die eigene Lampe leuchten lässt, kann anderen den Weg erhellen.“
Ich darf ich sein
Viele Pflegeleaderinnen erzählen, dass sie oft nur noch funktionieren. Erwartungen anderer werden zur Messlatte für das eigene Handeln. Selten hinterfragt, oft übernommen. Doch welche dieser Erwartungen gehören wirklich zu dir? Und was willst du selbst?
Gesundheit beginnt dort, wo du die Verantwortung für dich selbst übernimmst. Es braucht deine innere Erlaubnis, gut für dich zu sorgen.
Grenzen zu setzen ist kein Zeichen von Egoismus, sondern ein Ausdruck von Klarheit und professioneller Fürsorge – für dich und dein Team.
Vielleicht stehst du gerade an einem Punkt, an dem du
… die Zügel wieder selbst in die Hand nehmen willst.
… dein Leben in Balance bringen möchtest.
… dich endlich wieder fit und voller Energie fühlen willst.
… wieder Freude an deiner Arbeit und Leichtigkeit erleben möchtest.
Grenzen schaffen Schutzräume
Professionelle Grenzen zeigen, was möglich ist und was nicht. Sie helfen, Prioritäten zu setzen, Ressourcen zu schützen und Unterstützung gezielt einzuholen. Gerade in verantwortungsvollen Rollen ist diese Klarheit ein wertvoller Kompass. Denn wer sich selbst schützt, bleibt auch für andere langfristig da.
Grenzen schaffen einen sicheren Raum, in dem Energie erhalten bleibt und Qualität wachsen kann. Sie zeigen, wo deine Verantwortung beginnt und wo sie endet. Das bringt Orientierung, für dich selbst und dein ganzes Team.
Ein bewusstes Nein kann dabei genauso kraftvoll sein wie ein klares Ja.
Es geht darum, Entscheidungen aus deiner inneren Mitte zu treffen. So entsteht echte Handlungsfähigkeit – verbunden mit neuer Energie.
Resilienz sichtbar machen: Die ISD-Methode
Birge hat dafür ein eigenes Modell entwickelt – die ISD-Methode:
„Ich sein dürfen“. Sie macht erfahrbar, wie Selbstführung im Pflegealltag gelingen kann.
Ihr Bild: ein Baum.
– Die Wurzeln stehen für deine Werte, Bedürfnisse und Prägungen.
– Der Stamm symbolisiert deine Stärken, Ressourcen und deinen Selbstwert.
– Die Krone entfaltet deine Ziele, Visionen und Herzenswünsche.
Nur wenn die Wurzeln stabil sind und der Stamm genährt ist, kann sich die Krone entfalten. Dieses Bild erinnert dich daran: Deine Kraft wächst von innen nach außen, getragen von dem, was dir wirklich wichtig ist.
Was brauche ich? Was erfüllt mich?
Ein zentraler Schritt auf dem Weg zu mehr Resilienz ist die bewusste Wahrnehmung deiner Bedürfnisse. Viele haben gelernt, sich selbst zurückzustellen. Doch echte Selbstführung beginnt im Innehalten: Was brauche ich gerade? Was gibt mir Energie? Welche kleinen Schritte kann ich heute gehen, um gut für mich zu sorgen?
Diese Fragen öffnen dir den Zugang zu deiner Selbstwirksamkeit. Sie schaffen Raum für Klarheit – genau da, wo du gerade stehst.
Sinn als Kraftquelle
Pflege ist mehr als ein Beruf. Birge erinnert daran, wie bedeutend diese Arbeit für unsere Gesellschaft ist. Für sie selbst ist dieses Bewusstsein die tiefste Motivation: andere zu stärken, damit sie gesund bleiben – körperlich, seelisch und beruflich. Denn das wirkt sich direkt auf die Qualität der Pflege aus.
Resilienz zeigt sich im Alltag
Wahre Stärke zeigt sich nicht im Aushalten, sondern im bewussten Gestalten. In kleinen, achtsamen Entscheidungen: eine kurze Pause, ein offenes Gespräch, ein liebevolles Nein. Diese Momente der Selbstfürsorge bringen dich zurück zu dir und bewahren dich vor Erschöpfung.
Für andere da sein gelingt dann, wenn du dich selbst nicht verlierst. Resilienz ist kein Luxus. Sie ist die Grundlage für eine gesunde, sinnerfüllte Führung im Pflegealltag.
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Wer ist Birge von Borstel?
Birge von Borstel bringt viel mit: fachliche Kompetenz, Führungserfahrung und eine sehr persönliche Geschichte. Viele Jahre war sie mit Leidenschaft als Führungskraft in verschiedenen Pflegebereichen tätig. Sie wollte alles richtig machen und stellte dabei ihre eigenen Bedürfnisse oft hintenan. Bis ihr Körper und ihre Seele ein klares Zeichen setzten: So geht es nicht weiter.
Dieser Einschnitt wurde zu ihrem Wendepunkt. Sie hielt inne, sortierte sich neu und fand ihren eigenen Weg – einen, der sich leicht, lebendig und sinnvoll anfühlt. Heute begleitet sie Leaderinnnen in der Pflege zurück zu mehr Selbstfürsorge, Gelassenheit und authentischer Führung. Mit Feingefühl und tiefem Verständnis für das, was Pflege ausmacht.



